Regelmäßige Meditation kann die Struktur des Gehirns positiv verändern - das wissen nicht nur Spiritisten, sondern mittlerweile auch führende Persönlichkeiten in Sport, Business und Tech. 

Steve Jobs, Michael Jordan, Jochen Schweizer. Menschen, die außer ihrem Erfolg noch eine Sache gemeinsam haben: Eine regelmäßige Meditationspraxis. Auch große Firmen wie Google, Ford und Adobe bieten ihren Mitarbeitern seit einigen Jahren Achtsamkeits- und Meditationstrainings an. Kein Wunder, denn Meditation hilft nicht nur bei einer positiveren Selbstwahrnehmung und dem Gefühlsmanagement, sondern verändert auch nachgewiesen die Hirnstruktur und führt so zu einer Verbesserung vieler kognitiver Aspekte. 

 

Erfolgreiches Stressmanagement

Steve Jobs kam schon mit neunzehn Jahren auf einer Indien-Reise in Kontakt mit der Zen-Meditation. Walter Isaacson zitiert Jobs in seiner Biographie zu dem Thema: “If you just sit and observe, you will see how restless your mind is. If you try to calm it, it only makes it worse, but over time it does calm, and when it does, there’s room to hear more subtle things […] Your mind just slows down, and you see a tremendous expanse in the moment. You see so much more than you could see before. It’s a discipline; you have to practice it“. Während es für die von Jobs beschriebene Bewusstseinserweiterung keine konkreten wissenschaftlichen Ergebnisse gibt, legen aktuelle Studien dennoch nahe, dass Achtsamkeitsmeditationen tatsächlich die Aufmerksamkeitsspanne und Gedächtnisleistungen positiv beeinflussen können. Insbesondere für die Reduktion von Stress und Angst ist Meditation unbestritten effektiv. So effektiv, dass mittlerweile auch Krankenkassen Interesse zeigen und Meditationskurse in ihr Angebot aufnehmen oder Zuschüsse zu präventativen Angeboten bieten. 

 

„Dieses Zen-Buddhisten-Zeug funktioniert wirklich“

Regelmäßige Meditation kann nicht nur das Gehirn, sondern auch den gesamten Körper beeinflussen. Neben sofortigen Effekten wie der Verlangsamung von Atmung und Herzschlag, sinkendem Blutdruck und einem beruhigtem Stoffwechsel, zeigt eine Studie der American Heart Association, dass regelmäßige Meditation bei Vorerkrankten das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte um ganze 48 Prozent senkt. Es ist also kaum verwunderlich, dass Achtsamkeitspraktiken auch im Profisport längst angekommen sind. George Mumford ist der Meditations-Coach der Chicago Bulls und arbeitete lange auch mit dem Star-Spieler Michael Jordan zusammen. „Dieses Zen-Buddhisten-Zeug funktioniert wirklich“ so Jordan zu dem Ansatz.  Mumford habe den Spielern beigebracht, Ablenkungen nicht wegzuschieben, sondern sie komplett wahrzunehmen und alles um sich herum bewusst zu verarbeiten, um es dann loszulassen - und so den perfekten Wurf zu machen. Eine Taktik, die aufzugehen scheint. 

 

Messbare Ergebnisse in der Arbeitswelt

Eine gesteigerte Performance, besseres Teamwork, höhere Kreativität und weniger Fehltage: Auch in der Business-Welt hat sich regelmäßige Meditation als einfacher und effektiver Beitrag zur Mitarbeitergesundheit und -zufriedenheit bewiesen. Firmen wie Google, Ford und Adobe haben die Inspirationen aus Wissenschaft und Sportwelt aufgenommen und in Mitarbeiterprogrammen umgesetzt. In seinem Buch Mindful Work beschreibt Autor und New York Times Redakteur David Gelles, wie Meditation zu einer produktiveren und ausgeglicheneren Arbeitswelt führen könnte. Und die Zahlen scheinen ihm recht zu geben: Das Magazin „The Atlantic“  berichtete über ein Achtsamkeitsprogramm der Firma Aetna, dass dem Unternehmen seit dem Start nach eigenen Einschätzungen circa 2.000 Doller pro Kopf in Gesundheitskosten eingespart - und gleichzeitig etwa 3.000 Dollar Produktionssteigerung pro Kopf realisiert hat. Ein Experiment des Transportunternehmens Transport of London (TfL) zeigt ähnlich prägnante Ergebnisse. Durch Achtsamkeitskurse für ihre Mitarbeiter fielen die durch Stress, Ängste und Depressionen bedingte Abwesenheitstage um 71%.

 

Langfristig verändert sich das Gehirn

Neben den entspannenden Soforteffekten sind für eine langfristig positive Veränderung aber insbesondere die von Steve Jobs genannten Aspekte „discipline“ und „practice“ ausschlaggebend - Disziplin und Übung. Denn die Auswertung verschiedener Studien legt nahe, dass sich bei erfahrenen Meditierenden die Gehirnstruktur charakteristisch von der Nichtmeditierender unterscheidet und sich Meditation langfristig auf die gehirnphysiologischen Vorgänge auswirkt. Um nachhaltige Ergebnisse sehen zu können heißt es also: Dranbleiben. Jochen Schweizer macht es vor: Auf seinem Instagram-Kanal gibt Schweizer regelmäßig Einblicke in seine Achtsamkeitspraktiken. Unter einem Yoga-Post schreibt er: „Für mich eine Frage der Würde und Haltung – und vor allem: der Selbstdisziplin.“  Während also Disziplin und Geduld gefragt sind lohnt es sich trotzdem, Meditation zumindest einmal für sich auszuprobieren: Es verbessert den Umgang mit Emotionen, verstärkt positive Persönlichkeitseigenschaften, erhöht Konzentrationsfähigkeit und Kreativität und hilft dabei, klarer zu denken - Benefits für die es sich lohnt, fünf Minuten am Tag stillzusitzen.