Janina Mütze ist Co-Gründerin und Geschäftsführerin von Civey, einem Startup für Meinungsforschung.  2015 gegründet ist Civey mittlerweile Markt- und Technologieführer für digitale Meinungsdaten. 2018 wurde Janina vom deutschsprachigen Forbes-Magazin auf der "30 unter 30"-Liste geführt, saß im “Beirat junge digitale Wirtschaft” des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und war Vorstandsmitglied des Bundesverbands Deutscher Startups.

Wie trinkst du deinen Kaffee?

In erster Linie trinke ich sehr viel Kaffee. Zu Hause habe ich eine dieser holländischen Filtermaschinen – stylisch und bester Kaffee zugleich. Unterwegs und vor allem im Büro freue ich mich jedoch über gute Siebträgermaschinen. Die kann ich seit Studienzeiten aufgrund meiner Nebenjobs in Cafés auch gut selbst bedienen und cremigen Milchkaffee zaubern.

 

Wer oder was inspiriert dich?

Menschen, die für das, was sie tun, brennen. Das sind häufig UnternehmerInnen oder PolitikerInnen. Erfolgreiche Frauen sind für mich häufig ein Vorbild und Inspiration.

 

Wo setzt du noch auf analoge Technik?

Auf mich haben Bücher und Zeitungen eine entschleunigende Wirkung. Da ich aktuell nicht viel zum Lesen von Büchern komme, kaufe ich regelmäßig am Wochenende die Print-Ausgabe einer großen Wochenzeitung. Obwohl ich alle Artikel über den Digitalzugang lesen könnte, gefällt mir die Zeremonie des Zeitungslesens.

 

Was ist ein Thema, dass dich gerade besonders fasziniert?

Als frischgebackene Mama beschäftige ich mich aktuell mit allem rund ums Baby: es ist so faszinierend, wie wir Menschen uns von klein auf entwickeln.

 

Was glaubst du ist die wichtigste Eigenschaft, die man mitbringen muss, wenn man ein Startup gründen möchte?

Unfassbar viel Ausdauer und eine sehr hohe Frustrationstoleranz. Meine Empfehlung ist, den Job als das Lösen von Problemen zu verstehen. Denn eigentlich macht man den ganzen Tag nichts anderes. Und das Schöne ist: Mit jedem gelösten Problem ist man ein Stück weiter.

 

Du bist nicht nur in deinem eigenen Startup involviert, sondern machst dich auch politisch stark. Welche Themen liegen dir dahingehend besonders am Herzen?

All die neuen Geschäftsmodelle, die auf Basis neuer Technologien gerade entwickelt werden, verändern die Art und Weise, wie wir leben, fundamental. Mir ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen Zugang haben, diesen Wandel mitzugestalten. Also, dass nicht nur ein Typ Mann daran mitwirkt, sondern unterschiedliche Erfahrungen und Backgrounds daran mitwirken. Ein wichtiger Schritt dafür wäre beispielsweise, Technologiekompetenz und Unternehmertum als Baustein in Lehrplänen aufzunehmen, so dass auch Mädchen für IT und den Weg des Gründens begeistert werden. 

 

Du stehst bereits jetzt auf der „30 unter 30“-Liste des deutschen Forbes-Magazins. Was möchtest du noch unbedingt erreichen?

Ich bin schon sehr dankbar, aber auch stolz, was wir mit Civey bereits erreicht haben. Wir haben uns damals gegründet, um Filterblasen zu durchbrechen und freies Wissen allen zur Verfügung zu stellen. Natürlich haben alle Gründer Wünsche mit ihrem Unternehmen; man möchte höher, schneller, weiter. Aber für mich wäre der Schritt der Internationalisierung unserer Datenlösung wichtig, um auch in anderen Ländern unseren Ansatz einer transparenten Meinungsforschung voranzutreiben. Ich kann mir zwar mit 30 noch nicht vorstellen, wie mein Leben als Rentnerin sein wird. Aber falls ich irgendwie ein paar weitere jungen Frauen zu Gründen motivieren und mit Civey einen Beitrag für faktenbasierte Diskussionen liefern konnte und dabei auf meine dann hoffentlich gesunden und glücklichen, erwachsenen Kinder blicke, dann wäre ich unglaublich zufrieden.

 

Wenn du die Möglichkeit hättest, das nächste große Cover einer weltweit aufgelegten Zeitschrift zu entwerfen, was würdest du drauf machen?

Die größte Herausforderung unserer Zeit ist der Klimawandel. Aus dem Grund würde ich den “bedrohten Planeten” abbilden und mit Fakten und Informationen spicken, die alle kennen sollten und die wissenschaftlich erwiesen sind. Denn gerade das Konzept der “alternativen Fakten” von Populisten stellt hier eine Gefahr für notwendige Lösungen dar.