Charme Rykower ist Senior Executive der deutsch-israelischen Außenhandelskammer in Tel Aviv. Sie unterstützt durch ihr Netzwerk israelische Unternehmen bei deren Markteintritt in Deutschland und sucht für deutsche Firmen nach vielversprechenden israelischen Technologien. Sie kennt sich also vor allem in der israelischen StartUp und High Tech Szene bestens aus und hat uns erzählt, warum gerade diese in Tel Aviv so vielversprechend ist, was Deutschland von Israel lernen kann und warum Frauen die besseren Planerinnen sind. 

 

Wie trinkst du deinen Kaffee?

Mit Vanillemilch und Süßstoff (Hypocryte, ich weiß…)

 

Was war für dich eine große Herausforderung in letzter Zeit?

Homeoffice mit den Kids und einem Hund zu Hause. 

 

Was ist ein Thema, dass dich gerade besonders fasziniert? 

FutureTechnology, vor allem SpaceTech!

 

Du vernetzt deutsche Unternehmen mit israelischer Technologie - was macht diesen Austausch so attraktiv?

Deutsche Unternehmen sind bis dato erfolgreich und sogenannte „hidden champions“ mit dem was sie machen. Aber die Anforderungen der digitalen Wirtschaft schaffen neue Bedingungen - so dass die innovativen Technologien israelischer Startups, sowie deren kreative flexible Arbeitsweise unerlässlich werden für Unternehmen, die auf dem Weltmarkt eine Chance haben wollen.

 

Die israelische Startup-Szene boomt wie nie zuvor. Woher kommt diese Innovationskraft?

Das ist eine Mischung aus Mindset, staatlicher Förderung, historischen und sozioökonomischen Gegebenheiten. Israel entstand in der Wüste, fernab von natürlichen Ressourcen und war zeitgleich mit einer politisch instabilen Lage konfrontiert.

Die Kreativität und Innovationskraft der Israelis sicherten das Überleben. Wenn man zum Beispiel den Bereich Wasser betrachtet: Es gab keines, so entwickelten die Israelis kurzerhand intelligente Bewässerungssysteme und Entsalzungsanlagen, die bis heute Weltexportschlager sind.

 

Was kann Deutschland von Israel lernen, wenn es um Innovationen geht?

Traut Euch! Risiko ist nicht per se schlecht! Israelis trauen sich und schaffen es - nicht immer, aber immer öfter. Innovation setzt totale Offenheit voraus.

 

Welche Entwicklungen im Tech-Bereich sollte man zurzeit auf keinen Fall verpassen?

Alles was unter die Headline Industry 4.0 fällt. Dazu gehören natürlich als allerstes die Basics wie IT Sicherheit und die Digitalisierung der meisten Prozesse, wie etwa digitale Kommunikation. Auch der Umgang mit Datensätzen spielt eine immer grössere Rolle. Viele Unternehmen sind sich gar nicht bewusst, auf welchen Datenschätzen sie sitzen.

 

Was findest du an deinem Job am spannendsten?

Alles. Das Schöne ist, dass ich die wunderbare Möglichkeit habe mich in allen Vertikalen der Startup Szene umzuschauen. Es ist großartig und spannend, die Ideen und Pläne der jungen Techies zu hören. Außerdem ist es auch meine persönliche Mission, Israel – ein in meinen Augen einzigartig wunderbares Land – auf diese Weise den deutschen Unternehmen näher zu bringen. Denn die Delegationsreisenden haben im Allgemeinen Immer etwas gemeinsam – sie verlieben sich in dieses vielfältige Land.

 

 Wenn du die Möglichkeit hättest, das nächste große Cover einer weltweit aufgelegten Zeitschrift zu entwerfen, was würdest du drauf machen?

Eine Frau. Ich bin keine Feministin aber im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass Frauen einfach die besseren Planerinnen sind. Siehe die Staatschefinnen der Länder, die fast alle Vorzeigebeispiele im Umgang mit Corona sind. Das Jonglieren mit Kindern, Arbeit und Haushalt an sich zeugt schon von multitasking par excellence. Aber dazu kommt noch eine sensible, antizipierende und vorausschauende Sicht auf die Dinge, von der unsere Männer einiges lernen können.