Nein, die Konsumschlacht muss nicht sein. Sechs Praxis-Tipps für ein entschleunigtes und nachhaltiges Fest.

Einpacken ohne Müllberge

Um die 8.000 Tonnen Geschenkpapier werden in Deutschland jedes Jahr in der Weihnachtszeit verbraucht. Eine ganze Menge, dabei gäbe es doch eigentlich so viele andere Alternativen. Statt buntes Papier zu kaufen, dass nur zum Wegwerfen gedacht ist, kann man Geschenke auch in schöne Schals, Tücher oder sogar zu schenkende Kleidungsstücke einwickeln - der Spaß am Auspacken ist trotzdem da. Wer auf das schöne Geräusch zerreißenden Papiers nicht verzichten möchte: Alte Magazine und Zeitungen eignen sich super und um die ist es dann auch nicht schade, wenn sie richtig zerfleddert werden. 

 

Haltbares Bio-Spielzeug statt Plastikgedöns

Ja, ein lila Puppen-Schloss aus Plastik ist eine tolle Sache und eine Rennbahn ziemlich cool, aber oft eben auch nach ein paar Monaten wieder kaputt. Verwöhnt die Kids lieber mit Bio-Spielzeug aus Naturmaterialien, die nicht nur eine Generation überdauern und schadstofffrei sind. Das ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Gesundeit und langfristig für den eigenen Geldbeutel besser. Der blaue Engel hilft bei der Suche nach umweltfreundlichen Produkten. Auch kann man auf das Siegel „spiel gut“ achten, eines der renommiertesten Zertifizierungen für Kinderspielzeug in Deutschland. 

 

Nachhaltig Schenken

Auch für die Erwachsenen kann man beim Geschenkekauf auf die Nachhaltigkeit achten - und zwar nicht nur indem man die Produktionsbedingungen unter die Lupe nimmt, sondern auch durch die Geschenke selbst. Wie wäre es denn zum Beispiel mit einer schönen Thermoskanne, einem wiederverwendbaren Coffe-To-Go Becher, oder andere Zero-Waste-Essentials?

Und es muss ja auch nicht immer neu sein: Gebraucht Kaufen ist nicht nur Budget-, sondern auch Umweltfreundlich. Vor allem Bücher bekommt man auch gebraucht oft in einwandfreiem Zustand, zum Beispiel auf rebuy.de oder booklover.de. 

 

Auf Amazon verzichten 

Ja, vor allem zurzeit haben wir wahrscheinlich alle schon 1000-mal gelesen, wie schädlich Amazon für die lokale Wirtschaft, seine Mitarbeiter und die Umwelt ist. Aber es stimmt eben und auch wenn wir dank zweitem Lockdown unsere Geschenke nicht mehr lokal kaufen können, ist Amazon nicht die einzige Alternative. Viele Städte bieten Übersichten an, mithilfe derer ihr bei euren Lieblingsläden auch Online bestellen könnt, ganz ohne Mittelsmann. Augsburg beispielsweise hat hier eine Auflistung aller Shopping-Möglichkeiten der Innenstadt zusammengestellt und bei vielen Geschäften sind Lieferungen möglich. 

 

Weihnachtsbäume ohne Gift und Monokultur

Der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer sorgt für ein bisschen Waldromantik und gehört bei fast jedem zum Fest einfach dazu. Der Brauch, sich immergrüne Pflanzen ins Haus zu holen existierte übrigens schon lange bevor er für das christliche Weihnachtsfest übernommen wurde: Bereits die Römer dekorierten zur Wintersonnwende mit Tannenzweigen. Sie galten als Symbol für Lebenskraft und Gesundheit. Heute stammen viele Weihnachtsbäume nicht mehr aus den heimischen Wäldern, sondern aus mit Pestiziden behandelten Monokulturen im Ausland. Nachhaltiger ist es da, einen Baum vor Ort zu kaufen oder sich vielleicht sogar nur einen zu mieten. Es gibt mittlerweile viele regionale Anbieter, bei denen man lebende Bäume für das Fest bestellen kann, die danach nicht weggeworfen sondern abgeholt und wieder eingepflanzt werden. In Deutschland bieten zum Beispiel Paderbäumchen.de und Weihnachtsbaumfreun.de den Service mit landesweitem Liefer- und Abholservice an. Für die Region München bietet GreenTree.at lebende Bäume.  Wer seinen Baum trotzdem lieber kaufen statt mieten möchte, findet beispielsweise unter proplanta.de Öko-Christbaum-Verkäufer in ganz Deutschland.

 

Sich selbst auch mal eine Auszeit gönnen

Nachhaltigkeit bedeutet auch Entschleunigung. Und eigentlich ist die Weihnachtszeit ja dazu da sich zu besinnen, Zeit mit den Liebsten zu verbringen, die stille Zeit zu genießen. Die ultimative Absage an das Konsumfest ist also, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und die Weihnachtszeit für einen Moment ohne die ständigen Gedanken an Geschenke und Deko zu erfahren. Wie wäre es also damit, die Festtage dazu zu nutzen um mehr zu meditieren, einmal alle Medien auszuschalten und vielleicht gemeinsam etwas zu lesen (Die Weihnachtsgeschichte würde sich anbieten). Oder auch mal an Andere zu denken und Nächstenliebe zu leben: Es gibt keine bessere Zeit, um etwas Freude zu verbreiten - und das geht ganz ohne Geld. Eine schöne Karte  oder ein lieber Brief verschönern einem einsamen Menschen garantiert die Feiertage.