Über den Weihnachtsurlaub nach Spanien? In den kalten Monaten in tropischen Regionen ein bisschen Sonne tanken? Oder in Österreich den Neuschnee genießen? Klappt dieses Jahr alles nicht. Reisebeschränkungen und Vorsichtsmaßnahmen sind angesagt, Urlaubsfeeling deshalb eher out. Wie man trotzdem in Urlaubslaune kommt. 

Urlaub ist wichtig für die Gesundheit. Das ist nicht nur eine Floskel, sondern tatsächlich auch eine wissenschaftlich fundierte Aussage: In der groß angelegten und seit 1948 laufenden Framingham-Herz-Studie, die bei ihren Teilnehmern Ursachen für Herzerkrankungen untersucht, zeigt eine direkte Korrelation zwischen Urlaubszeit und Risiko für koronare Herzkrankheit und Herzinfarkte. „Die Studie zeigt, wie der Körper auf ein Leben voller Stress reagiert“ so Elaine Eaker, Co-Autorin der Studie gegenüber der New York Times „Sie ist ein echter Beweis, dass Urlaub wichtig für unser körperliches Wohlergehen ist.“

Wenn man aber frei hat und nicht wegfahren kann, fühlt sich die eigentliche Entspannungs-Zeit schnell eher nach Hausarrest als nach Urlaub an. Wir haben acht Ideen, um einen Urlaub in den eigenen vier Wänden trotzdem zu einem kleinen Abenteuer - und vor allem zu einem effektiven Stress-Abbau - zu machen.

 

Den Urlaub daheim planen wie eine Reise

Ja, klingt doof, macht aber Sinn. Ein Grund, warum uns Urlaub so gut tut, ist der Abstand von unserem Alltag. Wer für die freien Tage daheim nichts plant geht das Risiko ein, einfach in seinen üblichen Rhythmus zu verfallen. Wer sich eine Routine zurechtlegt, also zum Beispiel schon im Vorhinein einen Filmabend plant, einen Tag zum Wandern festlegt, oder sich Karten für ein Online-Event kauft, bekommt garantiert mehr neue Eindrücke und läuft nicht Gefahr, auf dem Sofa zu versumpfen. Außerdem steigert ein Plan auch die Vorfreude. Und wenn man dann doch mal keine Lust hat, beim gebuchten Sunrise Yoga Kurs mitzumachen, kann man ja spontan immer noch absagen und ausschlafen. 

 

Raus aus der Routine

Vor allem wer in der letzten Zeit aus dem Home Office gearbeitet hat, wird sich schwer tun, die eigenen vier Wände statt als Arbeitsumfeld als Entspannungsort zu sehen. Eine spontane Umgestaltung kann helfen: Bildschirme und Unterlagen wegpacken, den Arbeitslaptop am Besten in den Schrank sperren oder gleich vom Partner verstecken lassen. So kommt man nicht in Versuchung, trotz Urlaub die „ein oder andere“ Sache noch zu erledigen. 

 

Auf dem Sofa rumliegen gilt nicht 

Nein, wir entspannen uns beim süßen Nichtstun tatsächlich nicht optimal. Um Stress abzubauen und die Arbeit zu vergessen, braucht unser Gehirn Input und neue Impulse. Die Psychologin Carmen Binnewies forscht daran, wie sich Menschen am effektivsten erholen. Das Ergebnis ihrer Studie: Besonders wohltuend ist freie Zeit dann, wenn man sie nutzt um Neues zu lernen oder „angenehm herausfordernde“ Aufgaben bewältigt. Also spannend, aber nicht überfordernd. Denn sich selbst Urlaubs-Stress zu machen ist natürlich auch keine Lösung und ein bisschen faulenzen muss sein! 

Um also gut zu entspannen sollte man seinen Horizont erweitern und am besten ein Stück aus der eigenen Komfort-Zone kommen. Wer sich jetzt fragt, wie das bitte gehen soll, wenn man das Haus kaum verlassen kann - Hier ein bisschen Inspiration: 

Die Klassiker: Sich von Büchern und Filmen in andere Welten transportieren lassen 

Ein gutes Buch kann Wunder wirken wenn es darum geht, in andere Sphären einzutauchen oder etwas neues zu lernen. Such dir ein Buch von deiner (wahrscheinlich sowieso viel zu langen) To-Read-Liste aus und nimm dir fest vor, es bis zum Ende deines Urlaubs fertig zu haben. Mit guten Filmen ist es ähnlich. Es gibt sicher einige Klassiker(https://www.cinema.de/bilder/101-filme-die-sie-gesehen-haben-muessen-18241_ga.html), die du noch nicht gesehen hast. Schreibe die Titel die du interessant findest auf kleine Zettel und an jedem Filmabend ziehst du einen davon.

Erlebe Kultur - Virtuell! 

Zu jedem Städte-Trip gehört ein Museumsbesuch. Wer jetzt denkt, wegen Corona auf solche Kulturerlebnisse verzichten zu müssen (oder dürfen, je nachdem wie viel Enthusiasmus man für Museen aufbringt) der irrt. Viele interessante Ausstellungen sind zurzeit virtuell besuchbar. Das deutsche Museum (https://virtualtour.deutsches-museum.de) beispielsweise bietet einen komplett kostenlosen Rundgang durch alle Ausstellungen an. Für Fans der bildenden Kunst dürfte das Digitalangebot des Louvre (https://petitegalerie.louvre.fr/visite-virtuelle/saison5/) interessant sein. Und sogar auf Theatervorstellungen muss man nicht verzichten: Während zum Beispiel die Münchner Kammerspiele (https://www.muenchner-kammerspiele.de) Streams anbieten und Schaufenster-Produktionen inszenieren, kann man sich vom Theater Augsburg dank VR-Brillen ganze Produktionen sogar an die Haustüre liefern (https://rocketeer.de/startseite_artikel,-beruehrung-verboten-wie-das-theater-augsburg-seine-inszenierungen-in-die-virtuelle-realitaet-verlegte-_arid,68.html) lassen.

Apprendre une nouvelle langue

Wer die Überschrift nicht entziffern kann, für den ist vielleicht französisch die neue Sprache auf der Bucket List. Aber egal welche Sprache man schon immer mal können wollte - jetzt ist die Zeit dazu! Ob mit Apps wie Duolingo und Babbel, oder über Online-Kurse einer vhs, wer einen Internetanschluss besitzt und etwas Geduld und Ehrgeiz mitbringt, hat schon beste Vorraussetzungen. Zusätzlicher Vorteil am Sprachenlernen: Man fühlt sich ein bisschen wie im Ausland. 

 

Budget gehört dazu 

Wer wegfährt gibt Geld aus. Das sollte man sich auch beim Urlaub daheim gönnen. Schließlich spart man sich schon die Kosten für Übernachtungen. Und Urlaubsfeeling kommt ja auch deshalb auf, weil man sich Kleinigkeiten gönnt, auf die man normalerweise verzichtet. Also lass dir vielleicht Essen liefern von einem Restaurant, dass du vorher noch nie getestet hast, kaufe dir eine neue Gesichtsmaske, oder vielleicht einen Online-Tanzkurs. 

 

Nein, wie ein Trip in die Karibik wird sich dein Urlaub daheim trotz dieser Ideen trotzdem nicht anfühlen. Aber darüber zu verzweifeln, dass man dieses Jahr keine Fotos vor beeindruckenden Wasserfällen oder auf weißen Skipisten auf Instagram posten kann, ist genausowenig gut für die Psyche wie einem ständigen "Was-Wäre-Wenn" hinterherzuhängen. Auch wenn es nicht in die Ferne gehen kann ist es wichtig, sich selbst eine richtige Auszeit zu gönnen. Und das geht mit der richtigen Einstellung auch daheim.