Klein, wendig, nachhaltig: Der „Hopper“ ist ein Hybrid aus E-Bike und Auto und so angeblich perfekt für die urbane Landschaft der Zukunft. Die Idee hinter dem Minimobil ist made in Augsburg. Für wen der Hopper gedacht ist, wie er funktionieren soll und vor welchen Herausforderungen das Startup noch steht. 

Drei Räder hat der Hopper, die sich - wie beim Auto - mit einem Lenkrad steuern lassen. Doch was fehlt ist der Benzin-Motor: Das kleine Gefährt wird mit einer Kombination aus Tretantrieb und Elektromotor angetrieben. Damit funktioniert der Hopper ähnlich wie ein E-Bike und soll deshalb unter anderem auch auf Radwegen fahren dürfen. Die Vision sei es, die Vorteile von Fahrrad und Auto zu kombinieren: „Mit dem Hopper wollen wir eine ökologische, gesunde und einfache Mobilität möglich machen.“ So Georg Schieren, Marketingverantwortlicher von Hopper Mobility „Um unsere Klimaziele zu erreichen, müssen wir Mobilität umdenken. Momentan gibt es für die meisten Menschen keine gute Alternative zum PKW. Der Hopper ist ein Hybrid aus Auto und Fahrrad und kombiniert so die Vorteile von beiden Verkehrsmitteln.“ In Augsburg arbeitet Hopper Mobility für die Entwicklung und Forschung mit der Hochschule zusammen. 

 

Auto-Ersatz mit gutem Gewissen 

Die Batterien des Hoppers sollen an jeder Steckdose wieder aufgeladen werden können und die erweiterte Version soll sogar ein Solarpanel auf dem Dach haben und das Gefährt so weitgehend autark machen. Bis zu 25 km/h könnte der Hopper schlussendlich unterwegs sein. Der Unterschied zum klassischen Lastenfahrrad würde dann vor allem im Komfort liegen, aber auch platztechnisch kann der Hopper punkten: Neben dem Fahrer findet auf der Rückbank noch eine weitere Person Platz, außerdem bietet ein Kofferraum Raum für bis zu 220 Liter Gepäck. Die Zielgruppe ist also klar urban und umweltbewusst: „Der Hopper ist der perfekte Ersatz für das Auto im urbanen Raum. Momentan wird dieses von den meisten Stadtbewohnenden noch als notwendig erachtet. Dadurch sind Feinstaubbelastung, Lärmbelästigung und Platzmangel allgegenwärtige Probleme. Mit dem Hopper bieten wir für diese Probleme eine Lösung und sprechen dabei ökologisch bewusste Menschen an, die Wert auf Unabhängigkeit und Flexibilität legen.“ So Schieren. 

 

Treten muss man immer noch selbst

Er ist aber auch zuversichtlich, dass der Hopper sogar für echte Auto-Fans, vor allem für alltägliche Besorgungen, eine Alternative sein kann - trotz Pedalantrieb: „Auto-Liebhaber*innen die das Brummen ihres geliebten Fahrzeugs fühlen wollen, werden wir wohl nicht davon überzeugen, dieses gegen einen Hopper zu tauschen. Allerdings werden wir sie sehr wohl davon überzeugen, den Hopper für ihre täglichen Erledigungen zu nutzen. Prinzipiell besitzen viele Menschen ein Auto für Erledigungen wie einen Großeinkauf oder als sichere Fortbewegungsart bei Schlechtwetter. Die wenigsten haben viel Spaß daran, mit dem Auto im Stadtverkehr zu fahren und nutzen es viel eher, weil es keine ausreichende Alternative gibt. Diese wollen wir mit dem Hopper nun bieten: Er ist nicht nur günstiger, sondern man kommt auch schneller ans Ziel.“

 

Finaler Prototyp bereits in Arbeit

Ein Schnäppchen wird der Hopper wohl nicht werden, auch wenn er „deutlich günstiger als ein Auto“ zu haben sein soll. Genaue Zahlen nennt Hopper Mobility noch nicht, aber der Richtwert sind „weniger als 10.000€“ pro Gefährt. Mit den ersten Auslieferungen rechnet das Startup Mitte 2022. Erste Vorbestellungen sind aber schon Anfang 2021 möglich. Bis dahin könnte auch der finale Prototyp - der in Partnerschaft mit dem Innovationshub der LEW produziert wird - fertig sein, so Schieren: „Mit vorherigen Prototypen haben wir das Konzept, das Fahrverhalten, die Steuerung und alle sonstigen relevanten Bereiche testen können. Momentan arbeiten wir an einem Prototyp, der nah am endgültigen Serien-Produkt sein wird. So können wir Probefahrten anbieten und weitere, kundenspezifische Tests machen. Der Prototyp wird voraussichtlich im April fertig gestellt sein.“ 

 

Vom Reißbrett auf die Straße 

Bevor der Hopper in die Serienproduktion gehen kann, steht dem Startup noch eine große Investmentrunde bevor, um den Aufbau der Produktion zu finanzieren. Das sei auch die aktuelle große Herausforderung des Unternehmens: „Als Nächstes müssen wir beweisen, dass unser Fahrzeugkonzept nicht nur eine gute Idee ist, sondern dass Menschen genau so ein Fahrzeug für ihre alltägliche Mobilität wollen und brauchen.“